Hakone, Präfektur Kanagawa
Hakone Beim Sammeln von Blütenblättern hatte ich gegen meine Freundin keine Chance.
Die Schilder an der Nationalstraße 1 habe ich längst unzählige Male fotografiert. Die Strecke von Tokio hinauf nach Hakone kenne ich besser als jede andere; inzwischen kenne ich sogar die Reihenfolge der Kurven auswendig. Und trotzdem entdecke ich in Hakone bei jedem Besuch einen Abstecher, den ich noch nicht kenne. Hinter einer vertrauten Strecke wartet eine neue Aussicht. Genau das freut mich – und schon bin ich wieder unterwegs nach oben.
An manchen Tagen fahre ich mit dem Auto hin, an anderen lasse ich es zu Hause. Wenn ich in Hakone nicht selbst fahre, kann ich so lange aus dem Fenster schauen, wie ich mag – das ist für sich schon Luxus.
FrühlingAnfang bis Mitte April
Mein Blütenblatt und der triumphierende Blick meiner Freundin
„Souvenirs kaufe ich auf Reisen immer gleich am Anfang“, sagte ich. Meine Freundin lachte: „Wir sind doch noch nicht mal im Gasthaus angekommen!“ Wir waren zu zweit für eine Nacht in Hakone-Yumoto, um die Kirschblüten bei Nacht zu sehen. Meine Freundin saß auf dem Beifahrersitz, als ich mit dem roten Cabriolet aus Tokio herfuhr und zum Schluss die Nationalstraße 1 nach Hakone-Yumoto nahm. Noch bevor wir eincheckten, kaufte ich bei Chimoto in der Einkaufsstraße am Bahnhof Yūmochi – ungefähr 5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Hakone-Yumoto entfernt. Als ich hörte, dass der Yōkan darin den Felsen im Hayakawa nachempfunden ist, freute ich mich schon über die Tüte in meiner Hand: Heute Abend würden wir die Kirschbäume am selben Fluss sehen.
Als die Sonne tiefer stand, fuhren wir nach Miyagino. Mit eingeschalteten Scheinwerfern ging es die dunkler werdende Bergstraße hinauf. Obwohl ich die Steigung schon so oft gefahren war, nahm ich nachts etwas Tempo heraus und beobachtete die Strecke, die im Scheinwerferlicht lag. Auf dem Beifahrersitz zählte meine Freundin die Lichter, die unten im Onsen-Ort angingen. Wir parkten auf dem Gelände der Tennisplätze, das während der Beleuchtung genutzt werden konnte. Kaum hatte ich die Tür geöffnet, spürte ich die kühle Nachtluft. Obwohl ich doch wusste, wie kalt es nachts in den Bergen wird, hatte ich mich von der warmen Tagesluft dazu verleiten lassen, nur einen Hoodie anzuziehen. Meine Freundin trug neben mir natürlich einen Trenchcoat.
Ich spazierte mit meiner Freundin am nächtlichen Hayakawa-Ufer in Miyagino entlang. Als ich zum Rauschen des Flusses aufsah, reichten die beleuchteten Kirschbaumzweige bis über unsere Köpfe. Mitten im Gespräch verstummten wir beide. Am Hayakawa-Ufer stehen wohl rund 120 Somei-Yoshino-Kirschbäume.
Blütenblätter lösten sich aus den Zweigen und schwebten zu uns herunter. Meine Freundin hielt die Hand hin. „Mal sehen, wer mehr auffängt.“ Sie grinste verschmitzt – wahrscheinlich rechnete sie schon mit ihrem Sieg. Ich wollte gut aufpassen und ein Blütenblatt auffangen, doch ich sah schon das nächste und meine Hand kam einfach nicht schnell genug hinterher.
Irgendwann war tatsächlich ein einziges Blütenblatt in meiner Hand gelandet. Ich hielt es mir vors Gesicht. Es war so klein, und doch hatte jedes einzelne seine ganz eigene Form. Ganz versunken schaute ich es an und dachte, wie viele davon wohl noch an den Zweigen saßen. Da zeigte mir meine Freundin von der Seite ihre Handfläche.
In der Hand meiner Freundin lagen viel mehr Blütenblätter als in meiner. „Wie hast du denn so viele erwischt?“, fragte ich. Sie hatte gesammelt, während ich ganz versunken dagestanden hatte. Für einen Moment fand ich das nicht ganz fair. Aber sie freute sich so über ihren kleinen Triumph, dass ich selbst trotz der Niederlage loslachen musste.
Nach dem Wettkampf schaute ich zum Fluss hinüber. Die beleuchteten Zweige spiegelten sich im Wasser. Es sah aus, als wären über uns und zu unseren Füßen Kirschblüten. Meine Freundin und ich standen nebeneinander und hörten eine Weile nur dem Rauschen des Flusses zu.
Während wir dem Wasser lauschten, erzählte mir meine Freundin, woher der Name Miyagino kommen soll: Hier wuchs viel Busch-Klee, und Klima und Landschaft sollen dem Miyagino in Sendai geähnelt haben. Dass der berühmte Kirschblütenort seinen Namen dem Busch-Klee verdankt, überraschte mich. „Dann müssen wir auch zur Zeit des Busch-Klees herkommen“, sagte ich. „Willst du dann wieder gegen mich antreten?“, lachte meine Freundin. So hatte ich es gar nicht gemeint – aber jetzt, wo sie es sagte, wollte ich beim nächsten Mal doch ein kleines bisschen gewinnen.
Auf dem Weg zurück zum Gasthaus fuhren wir in aller Ruhe dieselbe Bergstraße wieder hinunter. Als wir im Zimmer waren, steckte ich das eine Blütenblatt, das ich aufgehoben hatte, in die Tüte mit den Yūmochi. Den Wettkampf hatte ich verloren, aber dieses Blütenblatt und das stolze Grinsen meiner Freundin vergesse ich bestimmt nicht so bald.
SommerMitte Juni bis Mitte Juli
Das Auto blieb zu Hause: An einem Regentag folgte ich den Hortensien am Zugfenster
Heute wollte ich mit dem Hortensienzug fahren, also blieb das Auto zu Hause. Wenn ich selbst fahre, muss ich nach vorn schauen – selbst wenn direkt neben der Straße die schönsten Blumen blühen. Heute wollte ich einfach aus dem Fenster schauen. Mit der Bahn und mehreren Umstiegen kam ich an einem regnerischen Morgen in Hakone-Yumoto an und stieg mit meinem kleinen Tagesrucksack in die Hakone-Tozan-Bahn um.
Tagsüber gibt es im Hortensienzug freie Platzwahl, also setzte ich mich ans Fenster. Bis Gōra dauert die Fahrt etwa 40 Minuten. Kurz nach der Abfahrt sah ich direkt draußen Hortensien. Ich hatte vorgehabt, die Berglandschaft in ihrer ganzen Weite zu betrachten, aber die Blumen waren viel näher, als ich erwartet hatte. Gleich von meinem Sitz aus beugte ich mich zum Fenster.
Hinter den Regentropfen schoben sich die Blüten übereinander, und ich konnte sogar die Form der nächsten Blüte erkennen. Ich hob den Finger ans Fenster und fuhr die Stelle an der Scheibe nach, an der sie blühte: Genau dort ist eine! Dabei zeigte ich sie niemandem. Kaum war die Blüte vorbeigezogen, tauchte schon die nächste auf. Während ich noch versuchte, mir die vorige zu merken, zog mich die neue in ihren Bann – mein Smartphone ließ ich erst einmal in der Tasche.
Der Regen wurde mal schwächer, mal stärker, und selbst die Tropfen am Fenster veränderten ihre Form. Wenn sich ein großer Tropfen bildete, verschwamm die Blüte. Sobald er hinunterlief, war ihre Form wieder da. Ohne Scheibenwischer dem Regen zuzusehen, ist unglaublich entspannend. An Regentagen achte ich sonst immer darauf, wie schnell die Scheibenwischer laufen und wie weit das Auto vor mir entfernt ist.
Schon zwischen 1955 und 1964 begannen die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter nach Dienstschluss, die Hortensien zu pflegen. Als mir klar wurde, dass die Blumen draußen am Fenster so lange von Menschenhand gehegt worden waren, erschien mir jede einzelne plötzlich besonders kostbar. Auch die Regentropfen auf den Blütenblättern sah ich plötzlich anders: Jahr für Jahr kümmerte sich jemand um diese Blumen.
Die Blütezeit liegt in Hakone-Yumoto zwischen Mitte und Ende Juni und bei Chokoku-no-Mori und Gōra zwischen Ende Juni und Anfang Juli. Je höher der Zug den Berg hinauffuhr, desto mehr veränderte sich, wie weit die Hortensien schon aufgeblüht waren. Unten standen sie in voller Blüte, weiter oben wurden die Blüten etwas kleiner. Es war, als zöge die Jahreszeit den Berg hinauf und ich wäre ihr schon ein Stück voraus.
Immer wenn ich Hortensien am Fenster auf der anderen Seite entdeckte, wollte ich mich am liebsten gleich ganz zum anderen Fenster drehen – ganz schön unruhig. Wäre der Sitz neben mir frei gewesen, wäre ich vielleicht zwischen den beiden Fenstern hin und her gewechselt. Selbst als ich endlich mein Smartphone zückte, wanderte mein Blick öfter nach draußen als auf den Bildschirm. Das eine Foto konnte ich mir später noch ansehen.
Am Bahnsteig in Gōra schickte ich meiner Freundin ein Foto, den geschlossenen Schirm noch in der Hand. Zurück kam nur: „Du fährst also auch mal ohne Auto?“ „Ja, an Hortensientagen“, antwortete ich ganz ernst und musste mit dem Schirm in der Hand am Bahnsteig grinsen. Ich war wirklich froh, dass ich mich an diesem regnerischen Morgen für den Zug entschieden hatte.
HerbstOktober
Dem gelben Auto meiner Freundin nach Sengokuhara – und weiter zu den schwarzen Eiern von Ōwakudani
Für einen Besuch der Chinaschilffläche in Sengokuhara fuhren meine Freundin und ich mit zwei Autos für einen Tagesausflug nach Hakone. Wir wollten im Licht des Vormittags spazieren gehen, also brachen wir früh in Tokio auf. Als wir bei Odawara, wo wir uns verabredet hatten, auf die Nationalstraße 1 fuhren, setzte sich das gelbe Auto meiner Freundin wie selbstverständlich an die Spitze. Sie fährt immer voraus. Mein rotes Auto folgte ihr.
Den Anstieg auf der Nationalstraße 1 kenne ich besser als jede andere Strecke. Trotzdem fahre ich etwas anders, wenn jemand vor mir ist. Wenn das gelbe Auto vor der Kurve leicht eintauchte, legte auch ich den Fuß auf die Bremse. Am Kurvenausgang beschleunigte meine Freundin zügig, und ich folgte ihr ruhig mit unverändertem Abstand. Wenn wir so den Berg hinauffuhren und sich der Abstand zwischen unseren Autos kein bisschen veränderte, freute ich mich: Wir waren zusammen unterwegs, auch ohne ein Wort zu wechseln. In Miyanoshita bogen wir auf die Nationalstraße 138 ab. An der Kreuzung nach Sengokuhara ging es auf die Präfekturstraße 75, und bald zeigten sich an den Hängen ganze Flächen mit Chinaschilf. Während ich die Bremslichter des gelben Autos vor mir im Blick behielt, ließ mich das goldene Wogen am Rand meines Blickfelds nicht los.
Kurz nach 9 Uhr parkten wir die beiden Autos nebeneinander auf dem provisorischen Parkplatz für Besucher am Wasserwerk von Sengokuhara. Auf dem Spazierweg wogten die vom Morgenlicht beschienenen Halme bis weit nach vorn. Ich war gerade erst losgegangen und blieb schon stehen: Die ganze Landschaft war voller Chinaschilf. Die Luft am Vormittag war noch kühl, also zog ich die Ärmel meines cremefarbenen Cardigans über meine Handrücken.
Meine Freundin ging voraus und drehte sich mit etwas Abstand zu mir um. Sie winkte: Hier entlang! Ich wollte ihr folgen, aber jedes Mal, wenn das Chinaschilf um sie herum wogte, wanderte mein Blick dorthin. Die Halme reichten bis direkt neben mein Gesicht; aus der Nähe sah ich viel mehr Einzelheiten als von Weitem. Dabei wollte ich ihr doch nachlaufen – und wurde wieder langsamer.
Das Chinaschilffeld breitet sich am Nordwestfuß des Berges Daigatake aus. Als ich hörte, dass hier früher Gras für die Dachdeckung angebaut wurde, sahen die Halme vor mir plötzlich ganz anders aus – wie etwas, das zum Alltag gehörte. 1989 wurde das Abbrennen des Hangs wieder aufgenommen, damit keine Bäume in die Fläche vordringen. Aus dem im Frühjahr abgebrannten Hang wachsen bis zum Herbst so hohe Halme. Diese Landschaft ist nicht einfach nur schön – Jahr für Jahr kümmert sich jemand darum, dass sie erhalten bleibt.
Als ich meine Freundin einholte, fragte sie lachend, was ich die ganze Zeit angeschaut hätte. „Chinaschilf.“ – „Das weiß ich doch“, kam prompt zurück. Auf dem Rückweg ging meine Freundin wohl davon aus, dass ich wieder langsamer werden würde. Diesmal drängte sie mich nicht, sondern wartete ein Stück weiter vorne auf mich.
Als wir zu den Autos zurückkamen, zeigte mir meine Freundin ein Foto auf ihrem Smartphone. Darauf lief ich mit weit ausgebreiteten Armen hinter ihr her. „Wann hast du das denn aufgenommen?“, fragte ich. Sie grinste: „Während ich so oft auf dich warten musste.“ Sie schickte mir das Bild, und dann fuhr ich wieder hinter dem gelben Auto vom Parkplatz.
Von Sengokuhara aus fuhren wir auch noch ins nahe Ōwakudani. Dort wollte ich unbedingt schwarze Eier probieren. Ihre Schale ist wirklich tiefschwarz, aber innen ist es ein ganz normales, weißes hartgekochtes Ei. Schon ein Ei soll das Leben um 7 Jahre verlängern. Als ich nach dem ersten gleich nach dem nächsten griff, lachte meine Freundin: „Ganz schön gierig.“ „Zwei Eier sind 14 Jahre“, rechnete ich ganz ernst nach. Da musste sie noch mehr lachen. Auf der Rückfahrt über die Nationalstraße 1 fuhr wieder das gelbe Auto voraus. Beim Bergabfahren fühlte ich mich, als hätte ich 14 Jahre neue Energie getankt.
WinterJanuar bis Februar
Erst Berg Fuji und Torii fotografieren, dann der Geschichte des Sees nachgehen
Für einen Tagesausflug ging es an einem Wintermorgen nach Motohakone. Ich wollte den Berg Fuji und das Torii sehen, das im Ashi-See steht. Meine Freundin und ich ließen heute beide unsere Autos zu Hause und fuhren mit dem Zug nach Hakone-Yumoto. Auf der Busfahrt hinunter zum See wollten wir gemeinsam aus dem Fenster schauen. An Tagen, an denen ich nicht selbst fahre, kann auch ich am Fenster sitzen. Von Hakone-Yumoto nahmen wir den Bus Richtung Hakone-machi und stiegen in Motohakone-kō aus.
Als ich aus dem Bus stieg und mich dem See zuwandte, sah ich den schneebedeckten Berg Fuji und das Torii im Wasser gleichzeitig vor mir. In der Hand hielt ich einen Pappbecher mit einem heißen Getränk. Selbst durch die Fäustlinge spürte ich die Wärme – bei dem kalten Wind, der über den See kam, war das wunderbar. Torii und Berg Fuji standen näher beieinander, als ich erwartet hatte. Der Berg Fuji müsste doch noch weiter hinter den Bergen am gegenüberliegenden Ufer liegen. Trotzdem fügte er sich zusammen mit dem Torii im Vordergrund zu einem einzigen Bild. Warum fühlt es sich so gut an, wenn etwas Fernes und etwas Nahes gleich groß nebeneinanderliegen?
Ein Stück weiter hatte meine Freundin ihr Smartphone schon gezückt. Ich nahm den Becher in die andere Hand und holte meines heraus. Ein Foto machte ich mit dem Berg Fuji ganz groß, ein anderes mit möglichst viel See im Bild. Für beide verschob ich meinen Standpunkt ein wenig. Auf dem Display verglich ich die Bilder: Auf dem Foto, auf dem ich den Berg Fuji groß eingefangen hatte, war das Torii am Bildrand ganz klein; auf dem Foto mit mehr See wirkte der Berg Fuji ein bisschen weit weg. Welches besser war, wollte ich erst auf der Rückfahrt im Zug entscheiden.
Nachdem die Fotos gemacht waren, ließ ich den Blick weit über den See schweifen. Der Ashi-See entstand, als Geröll von einem Erdrutsch den früheren Lauf des Hayakawa aufstaute. Es war derselbe Hayakawa, an dem ich im Frühling die Kirschblüten bei Nacht gesehen hatte. Nie hätte ich gedacht, dass das Ufer, an dem ich dem Rauschen des Flusses lauschend den Blütenblättern nachgelaufen war, mit diesem weiten See verbunden ist.
In einem alten Reisebericht namens „Tōkan Kikō“ aus dem Jahr 1242 wird der See „Ashi no Umi“ genannt, das „Schilfmeer“. Früher soll man ihn auch das Meer von Hakone genannt haben. Wenn ich an einem Wintermorgen auf die weite Wasserfläche schaue, kann ich gut verstehen, warum die Menschen ihn einst Meer nannten.
Während wir am Ufer entlanggingen, erzählte mir meine Freundin die Legende des Sees. Der buddhistische Mönch Mangan Shōnin soll einen im See lebenden Drachen mit neun Köpfen besänftigt und ihn anschließend als Kuzuryū Myōjin verehrt haben. Während ich zuhörte, schaute ich durch die steinerne Brüstung hinunter ins Wasser. „Kannst du den Drachen sehen?“, neckte mich meine Freundin. „Nein, kann ich nicht“, antwortete ich ganz ernst. Aber wirklich – unter der stillen Wasseroberfläche schien etwas zu sein.
Das Wasser des Ashi-Sees fließt durch den Hakone-Kanal in Richtung der Stadt Susono in der Präfektur Shizuoka und wird offenbar auch zur Stromerzeugung genutzt. Dass das Wasser in dem still daliegenden See bis hinter die Berge weiterreist, hätte ich mir vor meiner Ankunft nie vorgestellt. In Motohakone gibt es auch die Kontrollstation von Hakone, den Hakone-Schrein und die Zedernallee an der alten Poststraße. Meine Freundin möchte durch die Zedernallee spazieren, und mich interessiert die Kontrollstation von Hakone. Wir schlugen die Karte auf und überlegten zu zweit, was wir uns noch ansehen könnten, bevor wir mit dem Bus zurückfuhren.
Mit dem Bus fuhren wir zurück nach Hakone-Yumoto. Noch bevor wir in den Zug stiegen, kaufte ich Yūmochi von Chimoto – dasselbe Souvenir wie bei unserem Frühlingsausflug zu den Kirschblüten. Der Yōkan darin ist den Felsen im Hayakawa nachempfunden, und heute hatten wir den See gesehen, der entstand, als der Hayakawa aufgestaut wurde. Als ich das meiner Freundin erzählte, meinte sie: „Heute klingst du wie eine Lehrerin.“ Dabei hatte ich kurz zuvor noch ernsthaft nach einem Drachen gesucht.
Die Erzählabschnitte sind fiktiv und von diesem Ort inspiriert. Verlässliche Angaben finden Sie auf den offiziellen Tourismus- und Informationsseiten.
Miyagino bei Nacht
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Hakone, Präfektur Kanagawa · Miyagino bei Nacht (Frühling)
Spezialitäten
Yūmochi
Das Yūmochi von Chimoto in Hakone-Yumoto ist ein weiches Mochi aus Klebreismehl mit kleinen Yōkan-Stückchen und einem feinen Yuzu-Aroma. Der Yōkan ist den Felsen im Hayakawa nachempfunden. Eigentlich hatte ich das Yūmochi als Souvenir gekauft. Doch im Gasthaus wollte ich eins probieren, und der herrlich weichen, federnden Konsistenz konnte ich nicht widerstehen: Gleich noch eins musste auch sein.
Schwarze Eier aus Ōwakudani
Diese hartgekochten Eier mit tiefschwarzer Schale werden im Kurotamago-kan in Ōwakudani verkauft. Ein Ei soll das Leben um 7 Jahre verlängern. Als ich nach dem ersten nach dem zweiten griff, lachte meine Freundin: „Ganz schön gierig.“
Amazake von Hakone Amazake Chaya
Im Amazake Chaya in Hatajuku an der alten Poststraße gibt es Amazake, dessen Süße vom Koji kommt. Meine Freundin möchte durch die Zedernallee spazieren, also wollen wir beim nächsten Mal auf dem Rückweg zu zweit dort einkehren.
Frittierte Wakasagi aus dem Ashi-See
Im Hiroshiya in Motohakone gibt es frittierte Wakasagi aus dem Ashi-See. An einem Wintertag redeten meine Freundin und ich über den Drachen und gingen dabei direkt am Lokal vorbei. Bemerkt habe ich es erst im Bus auf dem Rückweg. Für mein nächstes Mittagessen in Motohakone steht das jetzt fest.
Sehenswertes
Kirschblütenspaziergang bei Nacht in Miyagino
Am Hayakawa in Miyagino stehen die Somei-Yoshino-Kirschbäume in einer langen Allee. Am schönsten blühen sie von Anfang bis Mitte April; während des Miyagino-Kirschblütenfests werden die Bäume auch beleuchtet. Das Licht spiegelt sich im Wasser des Hayakawa, sodass die Kirschblüten über und unter Ihnen leuchten.
Hortensien vom Zugfenster aus
Ab etwa Mitte Juni blühen die Hortensien entlang der Strecke. Je höher Sie kommen, desto später beginnt die Blütezeit; bis Mitte Juli lässt sich die Blütenpracht genießen. Unten am Berg blühen sie anders als oben – während der Fahrt können Sie beobachten, wie die Jahreszeit Stück für Stück voranschreitet.
Mitten im Chinaschilf von Sengokuhara
Durch die rund 18 Hektar große Chinaschilffläche führt ein 700 m langer Spazierweg. Die beste Zeit ist normalerweise von September bis November. Beim Gehen wiegen sich die Halme bis dicht ans Gesicht – aus der Nähe ist das ein ganz anderer Anblick als von Weitem.
Berg Fuji und Torii vom Ufer in Motohakone aus
Im Winter können Sie in Motohakone das Friedens-Torii im Ashi-See und den Berg Fuji gemeinsam sehen. Fuji groß im Bild oder möglichst viel vom See? Ich habe beides fotografiert und konnte mich auf der Rückfahrt im Zug lange nicht entscheiden.
Ausflugsziele unterwegs
Anreise ab Tokio
- Ab Tokio
- ca. 120 kmÜber die Tōmei-Autobahn und weitere Straßen dauert die Fahrt mit dem Auto etwa 2 Stunden.
- Autobahnanschlussstelle
- Anschlussstelle Hakone-guchiBis Miyagino sind es etwa 20 km und 30–45 Minuten.
- Straße nach Miyagino und Sengokuhara
- Nationalstraße 1 und Nationalstraße 138In Miyanoshita auf die Nationalstraße 138 abbiegen; nach Sengokuhara über die Präfekturstraße 75.
- Mit Zug und Bus
- Ab Bahnhof Hakone-YumotoMit der Bergbahn in etwa 40 Minuten nach Gōra, nach Motohakone-kō mit dem Bus.
Im Sommer ab Hakone-Yumoto mit der Bahn
- Verkehrsmittel
- In Hakone-Yumoto in die Bergbahn umsteigen
- Besuchsziele
- Die Hakone-Tozan-Bahnstrecke mit blühenden Hortensien
In Hakone-Yumoto können Sie in die Bergbahn oder in Busse zu den verschiedenen Gegenden von Hakone umsteigen. Die Fahrt mit dem sommerlichen Hortensienzug bis Gōra dauert von hier etwa 40 Minuten.
Im Winter ans Seeufer von Motohakone
- Verkehrsmittel
- Bus Richtung Hakone-machi ab Odawara oder Hakone-Yumoto
- Besuchsziele
- Ausstieg an der Haltestelle Motohakone-kō
Mit dem Hakone Tozan Bus steigen Sie an der Haltestelle „Motohakone-kō“ aus, mit dem Izu-Hakone-Bus an „Motohakone“. Das Seeufer liegt gleich nebenan. Bis zu dem Platz, an dem Torii und Berg Fuji nebeneinander zu sehen sind, ist es nur ein kurzer Fußweg.
Im Frühling und Herbst fahre ich über die Nationalstraße 1. In Miyanoshita biege ich auf die Nationalstraße 138 ab; nach Sengokuhara geht es ab der Präfekturstraße 75. Für die Bergbahn im Sommer und den Bus im Winter steige ich jeweils in Hakone-Yumoto um.
Weitere Berichte zu Ausflugszielen
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Karten und Quellen
Offizielle Quellen
- Tourismusverband Hakone (Kirschblüte) (öffnet in neuem Tab)
- Hakone Navi (Hortensienzug) (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Hakone (Chinaschilffläche in Sengokuhara) (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Hakone (Berg Fuji im Winter) (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Hakone (Yūmochi) (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Hakone (Gebiet Hakone-Yumoto) (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Hakone (Anreise zum Ashi-See) (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Hakone-Miyagino-Kiga (Beleuchtung der Kirschblüten) (öffnet in neuem Tab)
- Gemeinde Hakone (Machidayori, Ausgabe vom 10. August 2026; provisorischer Parkplatz in Sengokuhara) (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Hakone (Tipps für einen Besuch der Chinaschilffläche) (öffnet in neuem Tab)
- Izu-Hakone-Bus (Hakone-Buspass) (öffnet in neuem Tab)
- Kurotamago-kan in Ōwakudani (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Hakone (Hakone Amazake Chaya) (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Hakone (Hiroshiya) (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Hakone (Tennisplätze in Miyagino) (öffnet in neuem Tab)