Streckentagebuch · 2025-10-26
ROUTE 1 - HAKONE (steam mix)
Hinter dem Ende der Seisho bog mein Weg in die Berge ab.
Der Beginn des Anstiegs auf der Route 1. Der Geruch der Gezeiten verblasst, und der Duft der Bäume wird dichter. Im Sitz an meinem Rücken verweilt noch immer kalt die Erinnerung an das Transparente. Ich lachte ernsthaft und griff das Lenkrad neu.
Das Stadtbild von Odawara bricht langsam ab. Als ich das Gaspedal nur für einen Atemzug lockere, streckt sich die Landschaft in die Vertikale. Miyanoshita, Kowakudani. Die Buchstaben auf den Schildern schlagen den Takt, und hinter der Leitplanke steigt ein schmales Weiß auf. Ein Hauch von Schwefel, der meine Nase streift. Ich möchte in ein Onsen. Jetzt sofort. Vorhin, an der Ausfahrt der Seisho – ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es dort zu einem Übersteuern kommen würde. Für einen Takt glitt der Schwerpunkt der Welt zur Seite, und es fühlte sich an, als dränge der Wind bis tief in mein Innerstes. Meine Körpertemperatur ist in diesem Moment ein wenig gesunken und so geblieben. Auch der Saum meines Rocks wiegt kühl und schwer. Ich starrte geradeaus. Es ist erbärmlich, aber das Gefühl der Befreiung in meinem Unterbauch war angenehmer als alles, was ich je zuvor gespürt hatte. Und das wiederum ist frustrierend. Genau deshalb sehne ich mich nach dem heißen Wasser.
Mit zunehmender Höhe wird der Nebel noch dichter. Mein Atem ist weiß. Die Karosserie brummt tief und schiebt den Morgen Stufe für Stufe hinauf. Mein Herzschlag ist ein Metronom. Ich passe mich diesem Takt an und durchfahre eine Haarnadelkurve, dann noch eine. Kurz vor Owakudani wurde das Weiß nicht nur zu einer Wand, sondern zu einem Bühnenvorhang. Die Straßenoberfläche ist trocken, doch nur mein Sichtfeld brennt heiß.
In meinen Ohren ein leises Knallen. Ba-ba-ba – ein trockenes Quietschen der Reifen. Tief in meiner Nase der süßliche, leicht verbrannte Geruch von Gummi. Kein Schwefel. Ich verstumme für einen Takt und nehme die nächste Kurve.
Vor dem Tor einer Villa. Mitten im morgendlichen Weiß zog ein gelber Sportwagen Kreise. Schwarze Ringe schweben nacheinander über der Privatstraße, und weißer Rauch löst sich langsam im Wind auf. Meine Partnerin lehnte sich halb aus dem benachbarten Cockpit und fasste meinen Morgen als Erste in Worte.
„Du bist spät dran. Nanu? Warum ist dein Rock nass?“
Ich überlege ernsthaft. Nebel, oder das Transparente, oder transparenter Nebel. Ich erinnere mich auch an die halbe Drehung der Plastikflasche von letzter Nacht. Und ich antworte ehrlich.
„Nass ist nur der Innenraum, in den ich gemacht habe.“
Meine Partnerin blickte einen Moment lang verblüfft und prustete dann los. Von dem Lachen wird das Weiß zurückgedrängt, und das Blau des Himmels breitet sich allmählich aus. Ich öffne mein Smartphone und suche mit dem Daumen nach einem Onsen. Hakone Yuryo ab 10 Uhr. Tenzan Tojikyo ab 9 Uhr. Aber – was mir ins Auge fiel, war das Morgenbad im Tenseien (Hakone-Yumoto), von 5 bis 9 Uhr (letzter Einlass 8 Uhr). Jetzt ist es 7:18 Uhr. Ich schaffe es noch. Ich will es schaffen. Ich möchte meine Temperatur zurück.
„Lass uns in ein Onsen gehen“, sage ich, woraufhin meine Partnerin die Augen wie eine Katze zusammenkneift und nickt. „Verstanden. Dann ist hier Schluss mit dem weißen Rauch. Ich fahre vor.“ Das gelbe Heck wendet sich schwungvoll und springt vor mich.
Als das Weiß dünner wird, formiert sich die Welt neu. Nachdem wir die letzte Steigung hinter uns gelassen haben, blitzt die Oberfläche des Ashinoko für einen Moment wie eine Klinge auf. Ich atmete tief ein und drosselte den Motor ein wenig. Mein Körper ist immer noch unterkühlt. Doch in meiner Brust wurde eine direkte Linie zum heißen Wasser gezogen. „Wir schaffen das schon“, sage ich zu mir selbst und lache leise auf, fast so, als wollte ich es auch meine Partnerin hören lassen. Der Seewind trägt die letzten Spuren des Weiß fort und streicht mir über die Wangen. Ich griff das Lenkrad neu und bestätigte mit der Fingerspitze die Route nach Yumoto. Das Gaspedal antwortet mit einem wärmeren Klang als sonst.
– Vom Meer zu den Wolken. Lachend über die wahre Natur des Weiß, und nun auf zum heißen Wasser.