Inasa-chō, Nagasaki
Inasayama Lichter bis weit über den Hafen hinaus – und meine Schachtel Kastella
Am Inasayama ziehen sich die Lichter über die Hänge rund um den Hafen von Nagasaki. An einem Sommerabend fuhr ich mit dem Schrägaufzug zum Gipfel hinauf und genoss mit Kastella in der Hand das Nachtpanorama. Im Frühling spazierte ich durch den Park mit etwa 80.000 Azaleen; im Winter fuhr ich mit der verglasten Seilbahn hinauf und verfolgte, wie sich die Hafenlichter bis hoch in die Hänge zogen.
Im Frühling zu den Azaleen am Mittelhang, im Sommer und Winter zum Nachtpanorama vom Gipfel. Wählen Sie eine Jahreszeit und lesen Sie meine Geschichte von diesem Tag.
SommerSommernacht
Lichter bis weit über den Hafen hinaus – und meine Schachtel Kastella
Für meine Sommerreise durch Kyushu hatte ich zwei Nächte in Nagasaki eingeplant. Meine gute Freundin, mit der ich gern unterwegs bin, war kurz zuvor mit dem Flugzeug angereist und zu mir gestoßen. Sie saß auf dem Beifahrersitz meines roten Cabrios, mit dem ich von Ariake aus mit der Fähre herübergekommen war. Für unseren ersten Abend in Nagasaki hatten wir uns das Nachtpanorama vom Inasayama vorgenommen.
Bei der Fahrt durch die Stadt hatte ich den Hafen nur ab und zu zwischen den Häusern gesehen. Wir stellten das Auto auf dem Parkplatz am Mittelhang des Inasayama ab. Der Parkplatz bietet Platz für etwa 400 Autos; von dort fuhren wir mit dem Schrägaufzug zum Gipfel. Die Bahn wurde 2020 in Betrieb genommen. Während wir langsam hinauffuhren, wurden draußen immer mehr Lichter sichtbar. Noch bevor wir die Aussichtsplattform erreichten, hatte ich mein Gesicht ans Fenster gedrückt.
Vom Aussichtspunkt aus breitete sich hinter dem Glasgeländer der Hafen von Nagasaki vor mir aus. Das Meer war dunkel, nur die Stadt ringsum leuchtete. Auch an den fernen Hängen zogen sich die Lichter der Häuser wie einzelne Punkte entlang. Dass die Stadt, durch die ich gerade gefahren war, von hier oben so aussah, hatte ich nicht erwartet. Vor dem Geländer blieb ich ganz von selbst stehen.
Die blauen Lichter am Boden reihten sich aneinander, und auch die Bänke waren zum Nachtpanorama ausgerichtet. Ich zupfte meine weiße Strickjacke über dem rosafarbenen Kleid zurecht und ging mit meiner Freundin in Richtung Hafen. Den weiten Ausblick nahm ich lieber Stück für Stück in mich auf: erst die Lichter an der Küste, dann die oben am Hang. Meine Freundin sah lieber das Gesamtbild und trat einen Schritt vom Geländer zurück.
„Die Lichter dort hinten reichen ja viel weiter den Hang hinauf, als ich dachte“, sagte ich, und meine Freundin blickte ebenfalls über den Hafen hinweg. In Nagasaki schmiegen sich die Häuser an die schüsselförmigen Hänge; das sieht ganz anders aus als das Lichtermeer einer flachen Stadt. Mein Blick wanderte ganz von selbst nach oben, als wollte ich herausfinden, wie hoch die fernsten Lichter noch reichen.
Als ich die kleine Schachtel öffnete, die ich aus der Stadt mitgebracht hatte, kam ein Stück Kastella zum Vorschein. Die goldbraune Oberfläche und der saftige Teig darunter sahen so einladend aus, dass ich vor dem Fotografieren der Aussicht erst einmal hineinbiss. Es duftete süß nach Ei, und ein Snack draußen in der Nacht fühlte sich gleich ein bisschen besonders an.
Bei Tageslicht kann man von hier offenbar bis Unzen, Amakusa und zu den Goto-Inseln sehen. Jetzt war es Nacht, und jenseits des Meeres blieb alles dunkel. Wir zeigten auf die dunkle Fläche und überlegten, ob dort tagsüber wohl Inseln auftauchten. Fürs nächste Mal versprachen wir uns, schon am späten Nachmittag zu kommen und zuzusehen, wie der Tag in die Nacht übergeht.
Nachdem wir uns das Nachtpanorama in Ruhe angesehen hatten, machten wir im Aufenthaltsraum der Aussichtsplattform eine Pause. Wir saßen nebeneinander und zeigten einander unsere Fotos. Obwohl wir vom selben Platz aus fotografiert hatten, lag bei meiner Freundin der Hafen genau in der Mitte, während auf meinem Foto fast nur die Lichter an den Hängen zu sehen waren. Wir mussten lachen, weil uns an derselben Stelle ganz unterschiedliche Dinge aufgefallen waren.
Während der Pause suchte ich ein Lied für die Rückfahrt aus: Sea Firefly. Als wir wieder am Parkplatz am Mittelhang waren, wartete ich, bis meine Freundin auf dem Beifahrersitz den Gurt angelegt hatte, und schaltete dann die Musik ein. Auf der Bergstraße fuhren wir hinunter und hinein in die Lichter, die ich eben noch von oben betrachtet hatte.
FrühlingVormittags, Ende April bis Anfang Mai
Heute halte ich am Berg der Nachtlichter bei den Blumen inne
Auch meine Frühjahrsreise durch Kyushu neigte sich in der vierten Woche dem Ende zu. Ich machte in Nagasaki Halt, um dort meine gute Freundin zu treffen, die mit dem Flugzeug anreisen würde und mit der ich gern unterwegs bin, und um die Azaleen am Inasayama noch rechtzeitig zu erleben. Beim Inasayama dachte ich zuerst immer an das Nachtpanorama; erst jetzt erfuhr ich, dass man im Frühling im Park am Mittelhang die Azaleen sehen kann.
Mit meiner Freundin auf dem Beifahrersitz fuhr ich vormittags zum Parkplatz am Mittelhang. Mein rotes Cabrio hatte ich auf der Fähre von Ariake aus mitgebracht. Beim Fahren hielt ich den Blick auf der Straße und die Hände am Lenkrad; auf die Blumen freute ich mich erst, wenn wir ausgestiegen waren. Wir waren mit offenem Verdeck gefahren, und bei der Ankunft hatte der Wind meiner Freundin die Haare zerzaust; sie strich sie mit den Fingern glatt. Am Weg standen auf beiden Seiten runde Azaleenbüsche, dicht mit Blüten besetzt. Im Park sollen es etwa 80.000 Azaleen sein.
Auf dem gepflasterten Weg, der weiter in den Park führte, blieb ich vor den Blumen links stehen und hielt mein Smartphone mit beiden Händen. Als ich mich den Büschen näherte, sah ich hinter den offenen Blüten noch dunklere Knospen. Meine Freundin beugte sich neben mir zu den Blumen hinunter und meinte: „Hier blüht es nächste Woche bestimmt noch.“
Nachdem ich eine Nahaufnahme gemacht hatte, schaute ich auf und konnte mit den Augen bis zu den Bäumen am Ende des Weges wandern. Im Sommer hatte ich bei meinem Besuch am Inasayama immer nur die Lichter in der Ferne im Blick. Im Frühlingspark wanderte mein Blick dagegen von den nahen Blumen den Weg entlang bis weit nach vorn.
Nach einer kleinen Runde holte ich das Otakusa heraus, das ich in der Stadt besorgt hatte, und wir probierten je ein Stück. Das Blätterteiggebäck ist wie eine Hortensie geformt; nach den Azaleen nun eine andere Blume zu essen, kam mir plötzlich komisch vor. Wir ließen uns den leichten Snack schmecken und sahen uns die eben gemachten Fotos an.
Nach dem Snack stieg ich auf dem Weg 173-ho-michi zu Fuß bis zum Gipfel hinauf. Der Wanderweg ist rund 800 m lang, die Gehzeit beträgt etwa 15 Minuten. Auf dem Anstieg blieb ich einmal stehen, um wieder zu Atem zu kommen. Unterwegs kamen wir an einem Affengehege und an einer Hirschweide vorbei. Als meine Freundin einen Hirsch beim Grasen entdeckte, blieb sie abrupt stehen und ging in die Hocke. Ich hätte nicht gedacht, dass der Berg der Nachtlichter tagsüber so lebendig sein würde.
Oben am Gipfel lag der Hafen, dessen Lichter ich nachts verfolgt hatte, jetzt im Tageslicht vor uns. Bei klarem Wetter reicht der Blick offenbar bis Unzen, Amakusa und zu den Goto-Inseln. Als wir in der Ferne über dem Meer Inseln entdeckten, klappten meine Freundin und ich die Karte auf und verglichen, welche Inseln wir wohl vor uns hatten.
Auf dem Rückweg gingen wir den Weg 173-ho-michi hinunter und holten uns am Kiosk neben dem Parkplatz am Mittelhang ein Softeis. Die Kühle des Softeises tat nach dem Auf- und Abstieg meinem ganzen Körper gut. Am Kiosk gibt es auch Sandwiches; Sie könnten also kommen, ohne Frühstück mitzubringen, erst hier essen und dann zu den Blumen gehen.
Als wir das Softeis aufgegessen hatten, meinte meine Freundin, wir sollten beim nächsten Mal zur Fütterungszeit der Hirsche kommen. Ich dachte ernsthaft darüber nach, ob es dafür wohl feste Zeiten gab. Da zuckte sie nur mit den Schultern: „War doch nur ein Scherz.“
WinterNach Sonnenuntergang, Dezember bis Februar
Weiter oben am Hang wurde aus dem Lichterband ein Feld aus Punkten
Ich setzte mit meiner roten Allrad-Limousine auf der Fähre von Ariake nach Kyushu über. Seit meiner Ankunft in Shin-Moji war ich nun in der zweiten Woche unterwegs; für Nagasaki hatte ich drei Nächte eingeplant. Am späten Nachmittag des zweiten Tages traf ich mich in der Stadt mit meiner Freundin, die mit dem Flugzeug angereist war; von dort fuhren wir direkt zum Inasayama. Wir wollten mit der verglasten Seilbahn hinauffahren und die Hafenlichter im Winter bei Nacht sehen.
Wir stellten das Auto auf dem Parkplatz an der Station Fuchi-jinja ab. Der kleine Parkplatz bietet Platz für etwa 14 Autos; von dort dauerte die Seilbahnfahrt ungefähr 5 Minuten. Die Gondel ist vorn, hinten und seitlich verglast und bietet einen 360-Grad-Blick. Als sie losfuhr, entfernten sich die Lichter der Stadt langsam unter uns. Mir wurde klar, dass die Straße, auf der wir eben noch gefahren waren, als Lichtlinie um den Hafen führte. Meine Freundin hatte das Gesicht so nah ans Fenster gedrückt, dass ich sie darauf hinwies: „Die Scheibe ist kalt.“ „Weiß ich“, kam zurück.
Als wir von der Station aus zur Aussichtsplattform liefen, lag der nächtliche Hafen von Nagasaki jenseits des Glasgeländers vor uns. Die Lichter der Stadt umrahmten das dunkle Meer; dahinter waren einzelne Häuser an den Hängen zu erkennen. Ich wollte eigentlich nur den Hafen betrachten, doch die Lichter zogen sich viel weiter den Hang hinauf als gedacht. Ich reckte den Hals und suchte ganz oben nach dem höchsten Lichtpunkt.
Um meine kalten Hände zu wärmen, goss ich mir etwas aus der mitgebrachten Thermosflasche in einen Becher. Flasche in der einen, Becher in der anderen Hand. Nach einem Schluck sah ich in die Richtung rechts vom Hafen, auf die meine Freundin zeigte.
An der Küste reihten sich die Lichter zu einem Band; je weiter sie den Hang hinaufreichten, desto größer wurden die Abstände, bis nur noch einzelne Punkte übrig waren. Selbst in derselben Stadt sah das Muster unten und oben völlig anders aus. Die Gebäude, die ich tagsüber von der Straße aus gesehen hatte, fügten sich von hier aus in das Gesamtbild der Stadt ein. Gemeinsam mit meiner Freundin verfolgte ich die gefahrene Strecke anhand der Lichter: „War das da drüben ungefähr die Stelle, an der wir uns vorhin getroffen haben?“
Auch auf der Aussichtsplattform waren kleine Leuchten verteilt. Nach ein paar Schritten sah ich gleichzeitig das Licht am Boden und das ferne Nachtpanorama. Die Bodenleuchten waren gerade hell genug, um den Weg zu zeigen; wenn ich aufsah, schien der Hafen direkt dahinter zu beginnen. Ich folgte den Lichtern bis zum Ende des Geländers und betrachtete den Hafen von der Seite. Frontal wirkten die Lichter an den Hängen wie eine flache Reihe; von der Seite sah ich, wie sie sich in Stufen den Hang hinaufzogen.
Als mir kalt wurde, gingen wir in den Aufenthaltsraum der Aussichtsplattform und machten eine Pause. Beim Aufwärmen fragte meine Freundin, was wir morgen zuerst machen sollten: in der Stadt Kastella aussuchen oder morgens am Hafen spazieren gehen. Ich wollte erst zum Hafen, sie erst Kastella holen. Gerade wollte ich Schnick, Schnack, Schnuck vorschlagen, da lachte sie: „Wir können doch einfach beides machen.“
In der Gondel bergab kamen die Lichter an den Hängen nach und nach näher. Die Hausfenster, die von oben wie Punkte gewirkt hatten, bekamen eins nach dem anderen wieder klare Konturen. Auf dem Parkplatz der Station stiegen wir in den Wagen mit Allradantrieb und fuhren zur Unterkunft; meine Freundin saß auf dem Beifahrersitz. An jeder Ampel zeigte sie nach draußen und neckte mich: „Ist das da ein Band oder ein Punkt?“
Die Erzählabschnitte sind fiktiv und von diesem Ort inspiriert. Verlässliche Angaben finden Sie auf den offiziellen Tourismus- und Informationsseiten.
Bilder von diesem Ort3 Bilder
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Inasa-chō, Nagasaki · Sommer
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Inasa-chō, Nagasaki · Azaleen im Frühling
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Inasa-chō, Nagasaki · Nachtpanorama im Winter
Spezialität
Nagasaki-Kastella
Nagasaki-Kastella ist ein saftiger Kuchen aus Weizenmehl, Zucker und Eiern – ein Mitbringsel aus Nagasaki. Ich habe in der Stadt eine kleine Packung besorgt und sie an einem Sommerabend auf der Aussichtsplattform geöffnet. Mit dem Nachtpanorama vor mir schmeckte schon der erste Bissen besonders; sogar der süße Duft nach Ei war in diesem Moment etwas Besonderes.
Sehenswertes
Nachtpanorama über Meer und Hänge
Rund um den Hafen von Nagasaki zieht sich die Stadt bis weit die schüsselförmigen Hänge hinauf. Von hier oben sah die Stadt, durch die ich eben noch gefahren war, ganz anders aus. Am Geländer suchte ich nach den höchsten Lichtern.
Licht auch am Boden der Aussichtsplattform
Auch auf der Aussichtsplattform am Gipfel sind kleine Lichter im Boden verteilt. Genießen Sie das Nachtpanorama hinter dem Glasgeländer und die Lichter direkt zu Ihren Füßen.
Daten zur Strecke und zum Spaziergang
Inasayama-Schrägaufzug und Aussichtsplattform am Gipfel
- Fahrzeit vom Mittelhang bis zum Gipfel
- Etwa 8 Minuten (Schrägaufzug)
- Höhe des Gipfels
- 333m
Vom Parkplatz am Mittelhang geht es hinauf zum Gipfel, wo Sie den Hafen von Nagasaki und die Stadt überblicken können.
Fahren Sie mit dem Auto bis zum Parkplatz am Mittelhang und verbinden Sie den Ausflug mit einer Fahrt im Schrägaufzug zum Gipfel. Die in der Tabelle genannten 333 m sind die Gipfelhöhe.
Weitere Berichte zu Ausflugszielen
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Karten und Quellen
Offizielle Informationen
- Nagasaki Tabi Net | Inasayama (öffnet in neuem Tab)
- Nagasaki Tabi Net | Anreise zum Inasayama (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusportal der Stadt Nagasaki | Wiederaufnahme des Schrägaufzugbetriebs (öffnet in neuem Tab)
- Nagasaki Tabi Net | Souvenirs aus Nagasaki (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusportal der Stadt Nagasaki | Azaleenfest am Inasayama (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusportal der Stadt Nagasaki | Empfehlungen für den Winter (öffnet in neuem Tab)