Miyazaki · Takachiho
Mit dem Auto hinauf nach Kunimigaoka Ein früher Morgen im November auf dem Hügel mit Blick über das Becken
Am schönsten fand ich den Moment, in dem nach dem Sonnenaufgang zwischen den Wolken plötzlich ein Stück Stadt auftauchte. Wenn ich nicht nur den Himmel anschaue, sondern auch unter der Wolkendecke nach dem Leben dort suche, frage ich mich gleich, wohin mich die Reise nach dem Abstieg vom Hügel noch führt.
Im Herbst suchen Sie zwischen den Wolkenlücken nach der Stadt, im Sommer starten Sie mit dem frühen Sonnenaufgang in den Tag. Wählen Sie die Szene, die Sie sehen möchten, und genießen Sie mit mir die Zeit oben auf dem Hügel.
HerbstFrühmorgens von Ende September bis Anfang Dezember
Ich wollte auch zwischen den Wolken nach der Stadt suchen
Im Herbst sind meine Freundin und ich mit 2 Autos in Kyūshū unterwegs. Im Hafen von Ariake haben wir auch ihr gelbes Auto mit auf die Fähre genommen, und seitdem fährt es überall voraus. Nach einer Nacht in Takachiho verbringen wir diesen frühen Morgen Anfang November auf Kunimigaoka. Ich hatte gehört, dass das Wolkenmeer besonders an klaren, windstillen und kalten Morgen zwischen Ende September und Anfang Dezember zu sehen ist. Also habe ich am Vorabend das Wetter geprüft und bin früh aufgestanden.
Auf der noch dunklen Straße folgte ich den Rücklichtern des gelben Autos meiner Freundin. Wir stellten beide Autos nebeneinander auf dem Parkplatz direkt davor ab und stiegen über den Hangweg zum Aussichtspunkt hinauf. Der Morgen begann etwas ruhiger als bei unseren üblichen Fahrten.
Als ich im cremefarbenen Mantel an den Aussichtspunkt trat, lag das Wolkenmeer über dem Becken. Ich hielt den Mantel mit beiden Händen vorne zusammen und blickte in die Ferne. Mein Atem stand weiß in der kalten Luft – daran merkte ich erst, wie frostig der Morgen war. Als ich den Blick von den Bäumen im Vordergrund zu den fernen Bergen wandern ließ, änderte sich auch der Anblick des Wolkenmeers nach und nach.
Als die Sonne hinter den Bergen hervorkam, wurde es auch über dem Wolkenmeer hell. Meine Freundin und ich verstummten kurz und sahen einfach zu. Bei genauerem Hinsehen entdeckte ich zwischen den Wolken ein Stück Stadt. „Auch dort drüben beginnt gleich der Morgen“, sagte ich zu meiner Freundin.
Als die Sonne höher stieg, setzte sich das Wolkenmeer langsam in Bewegung. Die Dächer, die eben noch darunter verborgen waren, kamen nach und nach in den Lücken zum Vorschein. Wie ich gehört hatte, fließt durch das Takachiho-Becken, das sich im Osten erstreckt, auch der Gokase-Fluss. Meine Freundin und ich zeigten auf die Gegend unter den Wolken und suchten, wo der Fluss wohl verlief. Jedes Mal, wenn sich eine neue Wolkenlücke auftat, entfuhr mir ein leiser Ausruf.
Der Legende nach hat Takeiwatatsu-no-Mikoto von Kunimigaoka aus einst das Land überblickt. Beim Blick über das weite Becken frage ich mich, wie es wohl gewesen sein muss, von genau hier in die Ferne zu schauen. Bevor wir zurückfuhren, sah ich mir auch die steinernen Götterstatuen an, die an die Kunimi-Legende angelehnt sind. Im Morgenlicht wirkte es, als wachten diese Gottheiten über das Becken, das ich eben betrachtet hatte. Auf Bitte meiner Freundin fotografierte ich sie zusammen mit den Statuen.
Kunimigaoka gilt auch als Geburtsort des Volkslieds „Seichō Kariboshi Kiriuta“. Meine Freundin summte ein paar Takte, die sie kannte. Hier oben klang es für mich wie ein Lied dieser Gegend, das schon lange gesungen wird.
Neben den Statuen drehte ich mich noch einmal um. Im Westen sah ich die fünf Gipfel des Aso (Aso-Gogaku), im Norden das Sobo-Gebirge. Ich hatte nur die Wolken im Osten im Blick gehabt, doch mit einer Drehung breitete sich eine ganz andere Berglandschaft vor mir aus. Am Fuß der nördlichen Berge lag noch der Schatten des frühen Morgens. Ich staunte, wie viele Berge sich von einem einzigen Hügel aus sehen ließen.
Als wir den Hangweg hinuntergingen und zum Parkplatz zurückkamen, war es längst richtig hell. Meine Freundin startete schon den Motor ihres gelben Autos und winkte durchs Fenster: „Lass uns in der Stadt frühstücken!“ Dass wir ausgerechnet in der Stadt frühstücken wollten, nach der ich eben noch zwischen den Wolken gesucht hatte, passte wunderbar zu diesem Morgen. Ich stieg schnell in mein rotes Auto.
SommerMorgengrauen im Juli
Wolkenloser Morgen: Selbst die Stadt war zu erkennen
In der 2. Woche meiner Sommertour durch Kyūshū kam meine Freundin, mit der ich sonst auf Tour fahre, mit dem Flugzeug nach, und wir trafen uns in Takachiho. Dort verbrachten wir 2 Nächte. Seitdem gehörte der Beifahrersitz in meinem roten Cabrio, das ich mit der Fähre von Ariake hergebracht hatte, ganz meiner Freundin. Am Morgen des 2. Tages fuhren wir als Erstes nach Kunimigaoka. Wir wollten den Sonnenaufgang sehen und zugleich über das Takachiho-Becken blicken.
Noch in der Dunkelheit verließen wir unsere Unterkunft, und ich saß am Steuer. Meine Freundin auf dem Beifahrersitz war noch halb am Schlafen. „Weck mich, wenn wir da sind“, sagte sie und wurde still. Wir parkten direkt vor dem Aussichtspunkt und gingen den Hangweg hinauf. Obwohl wir für diese Fahrt früher als sonst losmussten, war die Vorfreude größer als die Müdigkeit.
Als ich an eine Stelle trat, von der aus ich das Becken im Osten sehen konnte, hellte sich der Himmel über den fernen Bergrücken langsam auf. Einer nach dem anderen wurden die Höhenzüge dahinter sichtbar. Hinter den Bäumen im Vordergrund lag die Stadt, dahinter reihten sich weitere Berge. Ich wollte eigentlich nur auf den Sonnenaufgang warten, aber je heller es wurde, desto klarer erkannte ich sogar die Konturen der Stadt.
Der Aufstieg hatte mich durstig gemacht, also führte ich die mitgebrachte Wasserflasche zum Mund und nahm einen Schluck. Währenddessen breitete sich das Licht weiter über das Becken aus. Nach und nach konnte ich einzelne Dächer unterscheiden, die eben noch im Dunkeln gelegen hatten.
Nun verglich ich den Bergrücken im Vordergrund mit der Stadt dahinter. Von oben konnte ich die Weite überblicken, die auf der Fahrt im Dunkeln nicht zu erkennen gewesen war. Nicht nur die Bergketten, auch die Stadt, durch die wir gleich zurückfahren würden, ließ sich von hier oben entdecken. Das machte Spaß, und ich fragte meine Freundin: „Sind wir wohl dort irgendwo vorbeigekommen?“ Sie hatte die Gegend gefunden, in der unsere Unterkunft lag, und rahmte sie mit den Fingern ein.
Ich holte mein Smartphone heraus, um ein Foto zu machen, aber auf dem Display wirkte das Becken plötzlich winzig. Also machte ich nur 2 Fotos und schaute danach wieder direkt in die Landschaft. Das Wolkenmeer zeigt sich wohl eher an Herbstmorgen und zu Beginn des Winters. Heute war das Becken wolkenlos, und gerade deshalb konnte ich die Form der Stadt gut erkennen.
Als es heller geworden war, spazierte ich mit meiner Freundin noch ein wenig um den Aussichtspunkt, bevor wir den Hügel hinuntergingen. Auf den Grashalmen glitzerte Tau, und die Spitzen meiner Sneaker wurden ein wenig nass. Die Luft an diesem Sommermorgen war noch kühl und fühlte sich angenehm an. Meine Freundin filmte am Geländer das Becken, auf das nun das Licht fiel.
Nach einem Bummel durch die Stadt fuhren wir zum Mittagessen zur Straßenraststation Takachiho an der Nationalstraße 218. Sie liegt nahe der Shintō-Takachiho-Ōhashi-Brücke, und eine riesige Kagura-Maske dient als Wahrzeichen. Wir stiegen aus und staunten erst einmal gemeinsam über die Größe der Maske. Im Restaurant bestellte ich Takachiho-Gyūdon. Das zarte Fleisch war mit einer süß-würzigen Sauce überzogen. Nach dem frühen Start war es genau die Belohnung, auf die sich mein hungriger Magen gefreut hatte.
Beim Essen zeigten meine Freundin und ich uns die Fotos vom Morgen auf dem Hügel. Auf meinem Foto war die Stadt im Becken zu sehen. Auf ihrem sah man mich von hinten, wie ich auf das Becken schaute. „Wann hast du das denn aufgenommen?“, fragte ich. Sie lachte: „Du warst so vertieft, dass ich dich nicht ansprechen konnte.“
Die Erzählabschnitte sind fiktiv und von diesem Ort inspiriert. Verlässliche Angaben finden Sie auf den offiziellen Tourismus- und Informationsseiten.
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Miyazaki · Takachiho · Früher Herbstmorgen im Wolkenmeer
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Miyazaki · Takachiho · Sommerlicher Sonnenaufgang
Spezialität
Takachiho-Gyūdon
Im Restaurant der Straßenraststation Takachiho gibt es Takachiho-Gyūdon. Ich bestellte es nach meinem Morgen auf dem Hügel zum Mittagessen: Das zarte Fleisch mit der süß-würzigen Sauce war eine herrliche Belohnung, und den letzten Rest Reis mit Sauce ließ ich nicht auf dem Teller.
Sehenswertes
Sonnenaufgang und Wolkenmeer über dem Becken
An einem frühen Herbstmorgen möchte ich diesen Ausblick auf Kunimigaoka genießen. Mit meiner Freundin möchte ich in Ruhe zusehen, wie das Licht nach und nach das Becken erreicht.
Der Hügel der Kunimi-Legende
Der Legende nach hat Takeiwatatsu-no-Mikoto von hier aus das Land überblickt. Wenn ich über das Takachiho-Becken schaue, merke ich, wie sehr ich diese stillen Momente liebe, in denen ich in die Ferne blicken kann.
Anfahrt und Spaziergang
Zufahrt nach Kunimigaoka
- Fahrt ab dem Buszentrum Takachiho
- ca. 15 Min.
- Höhe von Kunimigaoka
- ca. 513 m
Ich fahre aus Takachiho hinauf zum Hügel. Nach dem frühen Ausblick freue ich mich auch auf die Rückfahrt in den Ort.
Die etwa 15 Minuten sind eine Richtzeit für die Fahrt mit dem Auto ab dem Buszentrum Takachiho; die etwa 513 m geben die Höhe des Hügels an. Ich fuhr noch im Dunkeln los, parkte direkt vor dem Aussichtspunkt und ging über den Hangweg hinauf, um den Morgen über dem Becken abzuwarten.
Weitere Berichte zu Ausflugszielen
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Karten und Quellen
Offizielle Informationsquellen
- Offizielle Tourismusinformationen der Präfektur Miyazaki: Kunimigaoka (öffnet in neuem Tab)
- Offizielle Tourismusinformationen der Präfektur Miyazaki: Straßenraststation Takachiho (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Takachiho: Kunimigaoka (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband Takachiho: Wolkenmeer- und Sonnenaufgangstouren auf Kunimigaoka (öffnet in neuem Tab)