Präfektur Akita: Semboku
Ein Spaziergang durch die Dakigaeri-Schlucht im Herbst Blauer Gebirgsbach, der über Felsen strömt, und Herbstlaub am Fluss
Die Dakigaeri-Schlucht zieht sich am mittleren Lauf des Tamagawa-Flusses in Semboku entlang. Ende Oktober ging ich mit meiner Freundin am Fluss entlang und blieb vor einer Steintreppe lange stehen. Ich erzähle Ihnen von diesem Herbstspaziergang, bei dem ich Herbstlaub und Fluss zugleich bewunderte.
Ich erzähle Ihnen von den Eindrücken und Erlebnissen, die ich an einem Nachmittag Ende Oktober in der Dakigaeri-Schlucht hatte.
HerbstNachmittag Ende Oktober
Blauer Gebirgsbach, der über Felsen strömt, und Herbstlaub am Fluss
Auf dem Weg am Fluss entlang sah ich durch die Bäume das Wasser. Ich war mit meiner Freundin gekommen, um das Herbstlaub zu sehen, aber ich blieb stehen und wandte den Blick dem Fluss zu. Das Wasser prallte gegen die Felsen, schäumte weiß auf und floss dahinter wieder in einem einzigen Strom weiter. Schon von einem leicht veränderten Standort aus entdeckte ich eine andere Bewegung im Wasser. Für einen Moment vergaß ich sogar, dass ich eigentlich die Bäume ansehen wollte.
Vor der Steintreppe schloss ich beide Hände um meine kalten Finger. Auch im Mantel werden die Hände kalt, wenn man nur herumsteht. Vor mir floss der bläuliche Fluss, und am Hang darüber färbten sich die Blätter. Als ich vom Wasser den Blick zum Berg hob, füllte das Herbstlaub mein ganzes Sichtfeld. Bei jedem Halt wusste ich kaum, ob ich zuerst nach oben oder nach unten schauen sollte, und genau das machte mir Spaß.
Meine Freundin blieb ein Stück weiter vorn stehen und lachte: „Du schaust immer noch aufs Wasser?“ Ich antwortete, dass es sich jetzt anders bewegte als eben, und musste schon über meine eigene Erklärung lachen. Es fließt ja ständig weiter – natürlich sieht es nie genauso aus. Offenbar wollte ich dem Wasser so gern beim Strömen über die Felsen zusehen, dass mich sogar diese Selbstverständlichkeit beschäftigte.
Der alte Bergweg war so schmal, dass einander entgegenkommende Wanderer sich wohl gegenseitig festhalten und seitlich aneinander vorbeiwinden mussten – daher soll der Name „Dakigaeri“ stammen. Mit dem Fluss und den steilen Hängen vor Augen wurde der Name plötzlich ganz konkret. Bisher hatte ich ihn für hübsch gehalten; nun stellte ich mir auch die Menschen vor, die einst diesen Weg gegangen waren.
Zur Schlucht gehören auch die Hängebrücke Kami-no-Iwahashi und der Wasserfall Mikaeri. Er soll so schön sein, dass man sich immer wieder nach ihm umdrehen möchte. Da ich heute selbst beim Blick auf den Fluss immer wieder stehen geblieben war, konnte ich das gut nachvollziehen. „Beim nächsten Mal wollen wir uns auch den Wasserfall in aller Ruhe ansehen“, sagte ich zu meiner Freundin.
Als ich die Hände löste, um noch ein Stück weiterzugehen, spürte ich an den Fingerspitzen wieder die Herbstluft. Schon unterwegs freute ich mich auf Yama-no-Imo-Nabe, eine Spezialität aus der Gegend um Tazawako, die ich nach dem Spaziergang probieren wollte. Ich hörte, dass geriebene Berg-Yamswurzel zu Klößchen geformt und in den Eintopf gegeben wird, und stellte mir schon einen warmen ersten Bissen vor. Während ich dem Fluss lauschte, ging ich auf die nächste Steintreppe zu. Eigentlich wollte ich mir nur das Herbstlaub ansehen und dann wieder nach Hause fahren. Doch am Ende blieben mir auch das Wasser, die Geschichte des Namens und die Vorfreude auf die Spezialität in Erinnerung.
Die Erzählabschnitte sind fiktiv und von diesem Ort inspiriert. Verlässliche Angaben finden Sie auf den offiziellen Tourismus- und Informationsseiten.
Spezialität
Yama-no-Imo-Nabe
Yama-no-Imo-Nabe ist eine Spezialität aus der Gegend um Tazawako. Für den Eintopf wird die besonders klebrige Berg-Yamswurzel gerieben, zu Klößchen geformt und hineingegeben. Würzung und Zutaten unterscheiden sich je nach Gasthaus und Zubereitung. Mit kalten Händen am Fluss freute ich mich schon darauf, nach dem Spaziergang eine Schüssel davon zu essen.
Sehenswertes
Die Strömung des Tamagawa und herbstliche Naturwälder
Die Dakigaeri-Schlucht erstreckt sich über 10 km am mittleren Lauf des Tamagawa-Flusses. Zu ihren Höhepunkten zählen die natürlichen Wälder mit japanischen Rotkiefern, Zelkoven, Flügelnüssen und Eichen sowie der blaue Bergbach. Noch bevor ich überhaupt auf die verschiedenen Baumarten achtete, hatte mich die Bewegung des Wassers schon ganz in ihren Bann gezogen.
Ein Name, der auf einen alten Bergweg zurückgeht
Der Name Dakigaeri geht auf einen einst schmalen und steilen Bergweg zurück: Entgegenkommende Wanderer mussten einander festhalten und sich seitlich aneinander vorbeiwinden. Wenn ich den Fluss und die steilen Hänge sehe und dann diese Geschichte höre, kann ich mir auch den Weg von damals vorstellen.
Streckendaten
Zufahrt zur Dakigaeri-Schlucht
Nach dem Parken können Sie die Landschaft am Tamagawa zu Fuß erkunden. Als ich das Rauschen des Flusses hörte, wollte ich sofort sehen, wie er fließt.
Nachdem ich das Auto abgestellt hatte, ging die Reise zu Fuß am Fluss entlang weiter. Zusammen mit meiner Freundin folgte ich dem Lauf des Wassers – und vor der Steintreppe blieb ich schon wieder stehen. Der Fluss kam mir zu Fuß viel näher vor als durchs Autofenster – das mochte ich besonders.
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