Nara · Yoshino
Yoshino-yama Mit Blick auf die Kirschblüten wickelte ich vorsichtig mein Kakinoha-zushi aus
Während ich auf die Kirschblüten am Berghang blickte, öffnete ich mein Kakinoha-zushi. Ich wollte das Sushi und den Ausblick in aller Ruhe genießen und vergaß darüber glatt die Zeit.
Das ist die Geschichte davon, wie ich im Frühling am Berg Yoshino mein Kakinoha-zushi auswickelte. Erst war ich ganz bei der Sache, dann hob ich den Blick – und staunte noch einmal über die Kirschblüten.
FrühlingEin Morgen Mitte April
Nachdem ich das Blatt geöffnet hatte, staunte ich noch einmal über die Kirschblüten
An einem Morgen Mitte April setzte ich mich hin und schaute auf die Kirschblüten am Berg Yoshino. Die Blüten zogen sich über den Hang bis weit in die Ferne, und eigentlich wollte ich mir die ganze Aussicht in Ruhe ansehen. Aber dann wurde ich auf einmal neugierig auf das Kakinoha-zushi auf meinem Schoß. Wenn ich schon hier saß, wollte ich doch beides genießen: die Aussicht und das Sushi. Also öffnete ich erst einmal ganz vorsichtig das Blatt.
Ich fasste eine Ecke des Blatts und faltete es Stück für Stück auseinander. Als das Sushi darunter zum Vorschein kam, wurde ich plötzlich ganz vorsichtig, und ehe ich mich versah, war ich mit voller Konzentration dabei. Eigentlich wollte ich es ja nur essen – und trotzdem sollte sich das Blatt möglichst ordentlich öffnen lassen. Als es schließlich offen war und das Sushi vor mir lag, war ich ein kleines bisschen stolz auf mich.
Nachdem ich einen Bissen probiert hatte, hob ich den Kopf. Vor mir lag derselbe Anblick wie eben: der Berghang voller Kirschblüten. Vielleicht, weil ich so lange auf meine Hände geschaut hatte, fiel mir die ganze Pracht jetzt noch einmal ganz neu auf. Ich musste lachen, als mir aufging, dass ich mich zuerst mehr für das Sushi interessiert hatte als für die Kirschblüten. Aber es war so lecker gewesen – diese Reihenfolge gefiel mir eigentlich ganz gut.
Jetzt nahm ich mir Zeit für die Aussicht. Zwischen den Blüten standen Bäume, am Kamm zog sich die Ortschaft entlang, und dahinter reihten sich weitere Berge. Mit den Bäumen zwischen den Blüten, der Ortschaft am Kamm und den Bergen dahinter spürte ich viel stärker, wie sehr die Kirschblüten zu dieser Landschaft gehören. Es war erstaunlich, wie viel mehr ich entdeckte, wenn ich meinen Blick nach und nach auf andere Stellen richtete.
Während ich das nächste Blatt auswickelte, überlegte ich, wo ich anfangen sollte, meiner Freundin von der Tour zu erzählen. Von den Kirschblüten am ganzen Berg, vom Kakinoha-zushi oder davon, wie ernst ich beim Öffnen des Blatts gewesen war? Bestimmt würde sie über den letzten Punkt lachen. Bei der Vorstellung musste ich selbst grinsen und hielt mitten im Auswickeln inne.
Ich faltete das leere Blatt zusammen, ließ die Hände ruhen und schaute wieder auf die Kirschblüten. Dass mein kleines Sushi-Vergnügen schon vorbei war, fand ich fast ein bisschen schade. Aber als ich aufsah, lag diese Aussicht immer noch vor mir. Ich konnte mich nicht dazu aufraffen, gleich aufzustehen, und blieb noch ein wenig sitzen. An diesen Frühlingsmorgen am Berg Yoshino werde ich mich erinnern – auch an den Moment, als ich nach dem Sushi wieder aufsah und die Kirschblüten neu entdeckte.
Die Erzählabschnitte sind fiktiv und von diesem Ort inspiriert. Verlässliche Angaben finden Sie auf den offiziellen Tourismus- und Informationsseiten.
Spezialität
Kakinoha-zushi
Zu den Spezialitäten am Berg Yoshino gehört Kakinoha-zushi. Dabei wird mit Salz gepökelte Makrele in ein Kakiblatt gewickelt. Schon das vorsichtige Auswickeln hat mir Spaß gemacht; ich muss dabei wohl ein unglaublich ernstes Gesicht gemacht haben. Genießen Sie erst das Sushi und lassen Sie den Blick danach wieder zu den Kirschblüten wandern.
Sehenswertes
Kirschblüten von Shimo-senbon bis Oku-senbon
Am Berg Yoshino wachsen rund 30.000 Kirschbäume, die etwa 200 verschiedenen Arten angehören, vor allem der Shiroyamazakura. Die Kirschblüte wandert nach und nach bergauf: von Shimo-senbon über Naka-senbon und Kami-senbon bis nach Oku-senbon. Als ich die Blüten am Berghang sah, wollte ich nicht nur die nahen Kirschbäume betrachten, sondern den Blick auch ganz langsam über die Landschaft dahinter wandern lassen.
Ortschaften und Bergketten zwischen den Kirschblüten
Sie können die blühenden Berghänge zusammen mit den Ortschaften erleben, die sich am Kamm entlangziehen. Als ich den Blick von meinem Kakinoha-zushi hob, sah ich zwischen den Blüten Bäume und dahinter eine Bergkette nach der anderen – schon war ich wieder ganz gebannt.
Anfahrt
Wanderung ab Shimo-senbon am Berg Yoshino
- Strecke bis zum Ziel
- Von der Kintetsu-Station Yoshino bis zur Bergstation der Seilbahn
- Startpunkt des Spaziergangs
- Ausgangspunkt auf der Shimo-senbon-Seite des Berges Yoshino
Zum Eingang des Berges Yoshino gelangen Sie laut Wegbeschreibung von der Kintetsu-Station Yoshino mit der Seilbahn bis zur Bergstation. Auf der Seite Shimo-senbon beginnt dann der Spaziergang am Berg. Wenn ich an die Kirschblüten am Berghang denke, würde ich am liebsten gleich eine Karte ausbreiten und überlegen, welchen Abschnitt ich als Nächstes zu Fuß erkunde.
Die Karte unten zeigt den Berg Yoshino. Mit den Hinweisen von Nara Tabi Net können Sie überlegen, welchen Teil des Berges mit seinen Kirschblüten Sie vom Eingang auf der Shimo-senbon-Seite aus erkunden möchten.
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