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PROJECT ZQQ
Deutsch

Izumo, Präfektur Shimane

Unterwegs in der Tachikue-Schlucht Aufragende Felsen über dem Herbstlaub

Die Tachikue-Schlucht liegt etwa 20 Autominuten vom Stadtzentrum Izumos entfernt und wird auch „Yabakei der San’in-Region“ genannt. Schauen Sie an einem Oktobernachmittag zu den Felsen hinauf, die aus dem Herbstlaub aufragen, und genießen Sie anschließend ein Bad im Onsen und Gerichte mit Wildgemüse.

Hier erzähle ich, wie ich an einem Oktobernachmittag zu den Felsen aufgeschaut habe – und wie schön es war, den Herbstausflug mit einem Bad und Wildgemüsegerichten zu verbinden.

Die Protagonistin blickt in der herbstlichen Tachikue-Schlucht zu einer Felsnadel auf, die hinter den bunt belaubten Bäumen aufragt. Sie trägt eine kurze schwarze Jacke, ein lavendelfarbenes Oberteil, Jeansshorts und schwarze hohe Stiefel. Unter dem Felsen sind Bäume und ein niedriges Dach zu sehen.

HerbstEin Oktobernachmittag

Mit jedem Blick nach oben entdecke ich andere Felsformen

Als ich an einem Oktobernachmittag die Felsenreihe der Tachikue-Schlucht sah, reckte ich unwillkürlich den Kopf. Hinter den Bäumen reihten sich wuchtige Felswände und schlanke, spitz zulaufende Gipfel aneinander. Auf Fotos hatte ich mir das alles als eine große Klippe vorgestellt, aber jeder Fels sah anders aus. Mein Blick blieb erst an einer Spitze hängen, dann zog die nächste meine Aufmerksamkeit auf sich – und irgendwann wusste ich gar nicht mehr, wo ich zuerst hinschauen sollte.

Unter meiner kurzen schwarzen Jacke trug ich ein lavendelfarbenes Oberteil. Als ich stehen blieb und die Arme sinken ließ, konnte ich mich ganz aufs Hinaufschauen konzentrieren. Über den Bäumen im Vordergrund ragten nur die Felsen hoch empor; darunter lugte ein niedriges Dach hervor. Erst als ich die Felsen mit den Häusern darunter verglich, wurde mir ihre Höhe richtig bewusst. Schon reckte ich wieder den Hals.

Ich habe erfahren, dass die Schlucht durch Flusserosion und Verwitterung entstanden ist. So hart die Felsen auch wirken – im Lauf der Zeit haben diese Kräfte ihre schlanken Spitzen und tiefen Spalten geformt. Manche tragen Namen wie Rōsoku-iwa oder Eboshi-iwa. Bei solchen Namen will ich natürlich gleich nach den passenden Formen Ausschau halten. Doch erst einmal wollte ich mir in Ruhe die Konturen der Felsen vor mir einprägen.

Auch zwischen den Felsen wachsen Bäume, deren Herbstlaub sich übereinanderschiebt. Im Zusammenspiel mit den Bäumen konnte ich besser erkennen, wie weit sich die Felswände erstrecken. Selbst wenn mein Blick langsam nach links und rechts wanderte, tauchten immer noch weitere Felsen auf. Mir war es fast ein bisschen peinlich, dass ich nach nur einem Foto schon dachte, ich hätte alles erfasst. Dabei konnte ich mich vor Ort kaum von den Felsen losreißen.

Nachdem ich mir die Felsen angesehen hatte, stieg ich im Tachikue-Onsen ins warme Wasser. Mein vom vielen Aufschauen verspannter Nacken und meine vom Laufen müden Beine lockerten sich im Becken nach und nach. Nach dem Bad probierte ich Gerichte mit Wildgemüse. Ich ließ mir jeden Bissen schmecken und dachte: Auch auf dem Teller steckt ja ein Stück Berg. Dabei hatte ich eigentlich nur an die Felsformen gedacht – und am Ende waren mir auch das Bad und das Essen ans Herz gewachsen.

Bevor ich zum Auto zurückging, blickte ich noch einmal zu den Felsgipfeln hinauf. Anfangs wusste ich nicht, wo ich anfangen sollte; jetzt hatte ich die schmale Spitze und die breite Wand daneben genau vor Augen. Die Felsen selbst bewegten sich nicht, und trotzdem überraschten sie mich immer wieder. Ich fragte mich, ob ich beim nächsten Besuch wohl noch Formen entdecken würde, die mir heute entgangen waren – und freute mich schon darauf.

Die Erzählabschnitte sind fiktiv und von diesem Ort inspiriert. Verlässliche Angaben finden Sie auf den offiziellen Tourismus- und Informationsseiten.

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  • Izumo, Präfektur Shimane · Herbst

Spezialität

Gerichte mit Wildgemüse aus der Tachikue-Schlucht

In der Umgebung der Tachikue-Schlucht gibt es regionale Gerichte mit Wildgemüse und Ayu. Auf meinem Herbstausflug probierte ich ein Gericht mit Wildgemüse. Beim Essen dachte ich an die Felsen, zu denen ich aufgeschaut hatte, und an die Bäume dazwischen – so lernte ich die Gegend auch über ihre Küche kennen.

Sehenswertes

Durch Fluss und Verwitterung geformte Felsen

Die Schlucht entstand durch die Erosion des Kando-Flusses und durch Verwitterung. Manche Felsen heißen nach ihrer Form Rōsoku-iwa oder Eboshi-iwa. Als ich die Gipfelkonturen verglich, konnte ich den Blick kaum abwenden: An ein und derselben Felswand gibt es so viele unterschiedliche Formen.

Seit 1927 geschützte Schlucht

1927 erhielt die Tachikue-Schlucht den nationalen Status als Landschaft von besonderer Schönheit und als Naturdenkmal. 1964 kam der Status als Naturpark der Präfektur Shimane hinzu. Als ich daran dachte, dass Menschen schon früher hierherkamen, um die Landschaft zu sehen, fragte ich mich, ob sie wohl zu denselben Felsen aufgeschaut hatten wie ich. Dass sie mich heute noch genauso überraschen können, machte mich richtig froh.

Felslandschaft und Onsen

Entlang der Schlucht gibt es Gasthäuser mit der heißen Quelle Tachikue-Onsen; vorgestellt wird auch ein Freiluftbad mit Blick auf die Landschaft. Nach dem Blick zu den Felsen gönnte ich mir eine Pause im warmen Wasser. Selbst nach dem Bad hatte ich ihre Gipfel noch vor Augen – so wurde auch die Zeit im Onsen zu einer Fortsetzung meines Ausflugs durch die Schlucht.

Streckeninfos

Naturlehrpfad am Kando-Fluss

Zwischen der Furo-bashi und der Fūran-bashi verläuft ein Naturlehrpfad. Auch Gohyaku Rakan und der Reikō-ji-Tempel sind sehenswert. Ich wollte mir Zeit für die Felsen nehmen und reckte schon wieder den Kopf, während ich überlegte, wohin ich als Nächstes spazieren wollte.

In der Schlucht möchte ich auch am Fluss entlang spazieren. Während ich die Felsen bewunderte, überlegte ich mir, in welcher Reihenfolge ich zu Gohyaku Rakan und zum Reikō-ji-Tempel gehen wollte.