Hioki-naka, Nagato, Präfektur Yamaguchi
Mit dem Auto zum Senjōjiki Meeresbrise auf der Wiese und ein Bissen Nagato-Yakitori
Im Frühling habe ich erst meine Schnürsenkel gebunden und bin dann über die Wiese gelaufen, im Sommer hatte ich Nagato-Yakitori als Snack dabei. Im Herbst habe ich mit dem Fernglas draußen nach Inseln gesucht, im Winter eingemummelt am Aussichtsgeländer aufs Meer geschaut. Es ist immer dasselbe Meer, und doch fühlt sich die Erinnerung je nachdem, wie ich meine Zeit dort verbringe, ganz anders an. Worauf freue ich mich bei der nächsten Fahrt?
Wiese im Frühling, Meeresbrise im Sommer, Inseln suchen im Herbst, Meerblick am Geländer im Winter. Über die Tabs für die Jahreszeiten können Sie auswählen, welche meiner vier Pausen am selben Ort Sie lesen möchten. Yakitori im Sommer mag ich zwar auch, aber den weiten Blick aufs Meer, nachdem ich das Fernglas abgesetzt hatte, werde ich nicht vergessen.
FrühlingAnfang Mai, gegen 10 Uhr vormittags
Erst die Schuhe schnüren, dann den Blick heben
Als ich aus dem Auto stieg und auf die Wiese trat, fuhr mir der Wind in die Ärmel meines Hoodies. Es war ein Vormittag Anfang Mai, und vor mir lag schon das Meer. Ich wollte sofort hinüberlaufen und war gerade losgegangen, da merkte ich, dass der Schnürsenkel an meinem weißen Sneaker locker war.
Ich stellte die Flasche neben mir ab und ging auf ein Knie. Mit beiden Händen zog ich die Schnürsenkel fest und band sie noch einmal. Bei so einer weiten Aussicht erst mal nur auf meine Schuhe zu schauen, war schon irgendwie komisch, oder? Als der Knoten fest saß, wollte ich endlich aufs Meer schauen.
Als ich den Kopf hob, lag hinter der Wiese das Japanische Meer weit vor mir. Draußen zeichneten sich Inseln ab, dahinter war noch Land zu sehen. Eben hatte ich noch auf meine Schuhe gestarrt, plötzlich reichte mein Blick bis zum Horizont. Da musste ich erst einmal tief Luft holen. Ach, wie gut, dass ich hergekommen bin.
Mit der Flasche in der Hand stand ich auf und schlenderte langsam über die Wiese. Vorhin war mein Blick sofort zum Meer gewandert; erst beim Gehen merkte ich, wie groß die Wiese ist. Ich schaute auf den Boden und dann wieder zu den Inseln draußen. Statt schnell ein Foto zu machen, wollte ich lieber erst einmal mitten durch diese Landschaft spazieren.
Wenn ich im Frühling unterwegs bin, würde ich gern auch die Azaleen im Sugamuta-Park anschauen, der auf dem Weg liegt. Normalerweise blühen sie dort von Ende April bis etwa Anfang Mai. Wenn ich mir vorstelle, nach Wiese und Meer noch die Blumen anzuschauen, freue ich mich gleich auf die Rückfahrt.
Zurück in der Stadt hätte ich Lust auf Nagato-Yakitori. Schon auf dem Weg zum Auto drehte ich mich noch ein einziges Mal zum Meer um. Beim Binden der Schnürsenkel hätte ich nicht gedacht, dass ich von hier so weit hinausschauen kann. Wenn ich wiederkomme, gehe ich hier einfach ein bisschen langsamer.
SommerAugust, am Abend
Mit Yakitori in der Hand aufs Meer geschaut
Als ich aus dem Auto stieg und auf die Wiese trat, bauschte der Wind die Ärmel meiner Bluse auf. Nach dem Sitzen lockerte sich mein Körper, und ich wollte erst einmal richtig tief durchatmen. Vor mir das Meer – und dahinter immer noch mehr Meer. Ich konnte viel weiter hinausschauen, als ich gedacht hatte.
Während meine Freundin zum Tisch hinüberging, trat ich mit einem Pappteller voll Yakitori ein Stück an den Rand der Wiese. Die Spezialität aus Nagato, die ich schon probieren wollte, hatte ich mir als Snack für heute mitgebracht. Gerade als ich hineinbeißen wollte, fiel mein Blick auf eine Insel draußen. Und hinter der Insel lag noch eine.
Meine Freundin rief nach mir, und als ich mich umdrehte, fragte sie: „Hast du immer noch nicht gegessen?“ – „Noch nicht, ich fange jetzt an“, antwortete ich und nahm den Spieß wieder richtig in die Hand. Da fiel mir auf, dass ich jedes Mal mitten in der Bewegung innehielt, sobald ich aufs Meer schaute. Ich wollte unbedingt probieren, aber der Anblick ließ mich genauso wenig los.
Ich biss ins Yakitori und nahm mir diesmal Zeit, den Geschmack wirklich zu genießen. Während ich kaute und wieder zum Meer hinüberschaute, strich mir die Brise über die Wange. Wie schön, ausgerechnet hier zu essen. So erinnere ich mich nicht nur an die Spezialität, sondern auch an den Wind und den Ausblick dazu.
Auf dem Rückweg zum Tisch mit dem Pappteller in der Hand entdeckte ich die Windräder in der Ferne. Vorhin hatte ich nur aufs Meer geschaut und dabei völlig vergessen, wie groß die Wiese ist. Als wir uns hinsetzten, zeigten wir einander die Inseln und aßen in aller Ruhe auf, was wir mitgebracht hatten.
Auch nachdem wir alles weggeräumt hatten, konnte ich nicht gleich zum Auto zurück. Ich wollte nur noch einmal aufs Meer schauen – und meine Freundin blickte in dieselbe Richtung. Während wir die Inseln draußen ansahen, strich mir der Wind von der Wiese wieder über die Wange. In dieser Brise hätte ich gern noch ein bisschen länger aufs Meer geschaut.
HerbstOktober, gegen 14 Uhr
Die Insel schien nah, das Meer blieb weit
An einem Oktobernachmittag stand ich auf der Wiese von Senjōjiki und holte mein kleines Fernglas heraus. Normalerweise schaue ich aufs ganze Meer, aber heute wollte ich die Inseln draußen einmal genauer sehen. Ich zupfte den Ärmel meiner lavendelfarbenen Jacke zurecht, stellte mich mit beiden Füßen fest auf den Boden und hob das Fernglas an die Augen.
Durch das Fernglas sahen die Umrisse der Insel, die eben noch so weit weg gewesen war, plötzlich ganz nah aus. Ich verfolgte langsam die Stellen, an denen sie sich mit dem Land dahinter überschnitt. Ich hatte gedacht, sie läge allein mitten im Meer. Jetzt interessierte mich auf einmal sogar, wie weit der Blick in die Landschaft dahinter reichte.
Ich dachte, das müsste das Ende der Insel sein – aber dahinter zeichnete sich noch mehr Land ab. Ich setzte das Fernglas ab, sah mit bloßem Auge hin und schaute gleich noch einmal hindurch. Ich wollte es mir genau ansehen, doch mit jedem Blick fiel mir etwas anderes auf. Gut, dass ich es mitgebracht hatte, aber ich hatte damit mehr zu tun als gedacht.
Als ich das Fernglas absetzte, hatte ich auf einmal wieder die Wiese zu meinen Füßen und den Horizont vor Augen. Moment mal, war das Meer schon immer so weit? Die Insel, die eben noch nah gewirkt hatte, rückte wieder in die Ferne, und jetzt wollte ich alles auf einmal sehen – von der Wiese bis hinaus aufs Meer.
Senjōjiki liegt auf einer Anhöhe in 333 m Höhe. Bis dahin war das für mich nur eine Zahl gewesen; heute konnte ich den Ausblick mit eigenen Augen erleben. Mit dem Fernglas kann ich die Inseln genauer betrachten, aber ich mag auch die Zeit, in der ich einfach aufs Meer schaue. Wie schön, dass ich mich heute nicht für eins von beidem entscheiden musste.
Als ich das Fernglas verstaute, dachte ich schon ans Essen in der Stadt. Beim Essen von Nagato-Yakitori würde ich gern von den Inseln erzählen, die ich heute gesehen hatte. Vor dem Rückweg zum Auto schaute ich mich noch einmal um; die Inseln lagen noch immer an derselben Stelle. Beim nächsten Mal möchte ich ihre Umrisse gemeinsam mit jemandem suchen.
WinterFebruar, an einem sonnigen Tag kurz vor Mittag
Mit der Thermosflasche in der Hand konnte ich den Blick nicht vom Meer lösen
An einem sonnigen Februartag kurz vor Mittag fuhr ich mit meiner roten Limousine mit Allradantrieb nach Senjōjiki. Ich stieg aus, streckte mich und zog den Schal dichter um den Hals. Dann nahm ich die Hände aus den Manteltaschen und umschloss meine Thermosflasche mit beiden Händen. Bevor ich heute über die Wiese lief, wollte ich erst vom Aussichtsgeländer aus aufs Meer schauen.
Auf der Innenseite des Geländers wandte ich mich dem Meer zu; das Licht glitzerte auf der Wasseroberfläche. Mit beiden behandschuhten Händen umfasste ich die Thermosflasche, doch meine Aufmerksamkeit galt den Inseln draußen viel mehr als meinem Getränk. Dahinter zeichnete sich auch das Land ab, und schon eine kleine Bewegung mit den Augen ließ mich wieder eine andere Kontur entdecken.
Im Sommer hatte ich beim Yakitori-Essen auf der Wiese aufs Meer geschaut, heute blickte ich eingemummelt in meinen Mantel hinaus. Dabei war ich doch an denselben Ort zurückgekommen – und verbrachte meine Zeit hier ganz anders. Auf dem Boden lag am Rand noch ein wenig Schnee. Als ich auf das Gras dahinter hinuntersah, wurde mir der Winter noch einmal ganz bewusst.
Ich schaute erst zu den Inseln in der Ferne und dann wieder zum Horizont. Während ich das Meer betrachtete, das sich bis weit nach draußen erstreckte, wurde mein Kopf ganz still – eben hatte ich beim Fahren noch an die nächste Straße gedacht. Die Thermosflasche hielt ich weiter vor der Brust. Im Moment wollte ich lieber noch diesen Ausblick genießen, als einen Schluck zu trinken.
Senjōjiki ist eine Anhöhe auf 333 m Höhe mit weitem Blick über das Japanische Meer und die Inseln. Heute konnte ich die Höhe an dem weiten Ausblick jenseits des Geländers spüren. Mein Blick wanderte zum Windrad rechts und dann zurück zum Meer. Auch ohne weit zu laufen gab es schon hier oben so viel zu sehen.
Zurück in der Stadt wollte ich Nagato-Yakitori genießen. Ich erinnerte mich an unseren nächsten Plan und nahm die Thermosflasche wieder richtig in die Hand; da bekam ich endlich ein bisschen Hunger. Noch vor dem Auto schaute ich ein letztes Mal aufs winterliche Meer. Auch diese Pause, ganz anders als im Frühling oder Sommer, gehört jetzt zu meinen Erinnerungen an Senjōjiki.
Die Erzählabschnitte sind fiktiv und von diesem Ort inspiriert. Verlässliche Angaben finden Sie auf den offiziellen Tourismus- und Informationsseiten.
Bilder von diesem Ort4 Bilder
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Spezialität
Nagato-Yakitori
In Nagato ist Yakitori als Spezialität bekannt. Ich hatte es als Snack für heute mitgebracht. Der Bissen in der Meeresbrise und der Blick auf die Insel draußen – beides gehört für mich zu derselben Erinnerung.
Sehenswertes
Wiese mit Blick aufs Japanische Meer
Auf einer Anhöhe auf 333 m Höhe erstreckt sich eine Wiese. Die Meeresbrise war so angenehm, dass ich nach dem Aussteigen eine Weile einfach stehen blieb und hinausschaute.
Inseln draußen im Meer
Jenseits des Meeres sind Inseln zu sehen. Kaum hatte ich eine entdeckt, suchte mein Blick schon nach der nächsten dahinter – und meine Hand mit dem Spieß blieb auf halbem Weg zum Mund stehen.
Eine Spezialität aus Nagato als Snack
Nagato ist auch für Yakitori bekannt. An diesem Tag hatte ich mir schon vorher etwas Yakitori als Snack mitgebracht und freute mich darauf, den Snack auf der Wiese zu essen.
Angaben zu Ort und Wanderung
Bahnhof Nagato-Furuichi – Nishisakamoto – Senjōjiki
- Länge der Wanderroute
- ca. 6 km
- Höhe von Senjōjiki
- 333m
Eine Wanderroute, die auf der offiziellen Website vorgestellt wird. Wenn ich die Wiese erreiche, möchte ich erst einmal mit Blick aufs Meer eine Pause machen.
Die Wanderroute vom Bahnhof Nagato-Furuichi über Nishisakamoto ist ca. 6 km lang; Senjōjiki liegt auf 333 m Höhe. Nach der Autofahrt können Sie über die Wiese spazieren und den Blick aufs Meer genießen.
Weitere Berichte zu Ausflugszielen
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, schauen Sie sich doch auch diese Ausflugsziele in der Nähe an. Zu jedem dieser Orte bin ich zu verschiedenen Jahreszeiten immer wieder zurückgekehrt.
Karten und Quellen
Offizielle Informationen als Quelle
- Tourismus- und Kongressverband der Stadt Nagato | Senjōjiki (öffnet in neuem Tab)
- Tourismusverband der Präfektur Yamaguchi | Senjōjiki (öffnet in neuem Tab)
- Tourismus- und Kongressverband der Stadt Nagato | Yakitori-Stadt Nagato (öffnet in neuem Tab)
- Tourismus- und Kongressverband der Stadt Nagato | Sugamuta-Park (öffnet in neuem Tab)
- Tourismus- und Kongressverband der Stadt Nagato | Nagato mit grandiosen Ausblicken und gutem Essen genießen! (öffnet in neuem Tab)